Die Sternsinger sind unterwegs

St. Pölten, 3.1.2023 (dsp/mb) Viele Mädchen und Burschen sind derzeit als Sternsinger in der Diözese St. Pölten unterwegs. Sie ziehen von Haus zu Haus und Wohnungstür zu Wohnungstür und bringen Segen für das neue Jahr. Sie setzen sich ein für notleidende Menschen auf der ganzen Welt – ein wichtiges Zeichen der Solidarität über nationale Grenzen hinaus.
Unabhängig von Hautfarbe, Herkunft, Geschlecht und Religion fördert die Dreikönigsaktion jährlich rund 500 Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika. Mit der Unterstützung können die Menschen vor Ort beginnen, ihre Pläne selbständig umzusetzen.
Weitere Informationen findest du auf der Homepage der Katholischen Jungschar: https://stp.jungschar.at/
Ein Beispielprojekt im Norden Kenias
In den wüstenähnlichen Regionen von Marsabit und Samburu, im nördlichen Kenia, leben an die 80% der Menschen als Hirtenvölker von ihren Herden an Rindern, Ziegen, Schafen oder Kamelen. Landwirtschaft ist nur sehr begrenzt entlang der meist ausgetrockneten Flussläufe sowie auch rund um den Turkanasee möglich.
Die Lebenssituation der Menschen ist von Wassermangel geprägt. Der Klimawandel führt verstärkt dazu, dass Regen ausbleibt und Dürrephasen häufiger auftreten. Wenn es kein Wasser und kein Futter für die Tiere gibt, verenden diese, das führt auch bei den Menschen zu chronischer Armut. Und wenn es dann doch sehr selten regnet, dann extrem stark, was zu Überschwemmungen und Erdrutschen führt.
Familien leiden unter Hunger, Kinder sind unter- und mangelernährt, was häufig dramatische Folgen für ihre Entwicklung hat. Wenn sich Volksgruppen in dieser schlimmen Situation auf den Weg zu anderen Wasserstellen und Weideflächen machen, kommt es häufig zu bewaffneten Konflikten mit anderen Gruppen.
Ein Drittel der Kinder besucht keine Grundschule, über 70% der Bevölkerung sind Analphabet*innen. Besonders Mädchen und Frauen werden bei Bildung und Mitsprache benachteiligt, dazu kommen weibliche Genitalverstümmelung und Kinderheirat.
Die Sternsingerspenden fördern das Überleben der Menschen im nördlichen Kenia. Die beiden Partnerorganisationen - Pacida und die Yarumals - sichern die wichtige Versorgung mit sauberem Trinkwasser durch (teilweise) solarbetriebene Pumpsysteme und leisten Soforthilfe bei lebensbedrohlicher Dürre und Hunger. Mit Aufforstung und erneuerbaren Energiequellen wird wirksamer Umweltschutz betrieben. Bildung ist die Basis für nachhaltige Entwicklung. Für Hirtenkinder, die tagsüber auf die Herden aufpassen, wurden Abendschulen eingerichtet.
Bei jungen Männern rückt neben der Alphabetisierung auch thematisch die Friedenssicherung in den Fokus. Für eine gute Zukunft ist es wichtig, alternatives Einkommen zur Viehzucht zu schaffen. Frauen werden mit Trainings und Startkapital dabei unterstützt, Kleinunternehmen zu gründen oder innovative Landwirtschaftsprojekte wie etwa Bienenzucht oder den Anbau trockenresistenter Pflanzen zu starten.